rubbeldiekatz 212x300 Filmkritik: RubbeldiekatzNach “What a Man” kam am 15. Dezember 2011 der zweite Film mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle in die Kinos. Mit seiner neuesten Komödie “Rubbeldiekatz” setzt Regisseur Detelev Buck auf ein altbewährtes Konzept. Bereits in Filmen wie Tootsie oder Mrs. Doubtfire schlüpften Schauspieler wie Dustin Hoffmann und Robin Williams erfolgreich die Rolle des anderen Geschlechts und lösten so lustige Verwechselungen und Missverständnisse aus. Auch Rubbeldiekatz funktkioniert nach diesem Schema.

Der erfolglose Schauspieler Alex Honk (Matthias Schweighöfer) verwandelt sich, angestachelt von Bruder und Manager Jürgen (Detlev Buck) in die blonde Schönheit Alexandra um eine Nebenrolle in einem großen Hollywood-Naziepos zu ergattern.
Wider Erwarten ist der cholerische, überkandidelte US-Regisseur begeistert von der großgewachsenen Alexandra und verleiht ihr die Nebenrolle. Dumm nur, dass sich Alex im Laufe des Drehs in die zauberhafte Hauptdarstellerin Sarah Voss (verkörpert von Alexandra Maria Lara) verliebt, mit der er kurz zuvor einen One-Night Stand hatte.
Diese erkennt ihn jedoch nicht wieder und betrachtet “Alexandra” als ihre neue beste Freundin. Dass der Hitlerdarsteller (brilliant: Max Giermann) gleichzeitig in heißer Liebe für Alexandra/Alex entbrennt und ihr nachstellt, verkompliziert die Situation nur noch weiter, noch dazu drohen Alex Kumpels und seine Ex-Freundin die Maskarade auffliegen zu lassen.

Sunnyboy Matthias Schweighöfer schafft es die Frauenrolle mit gewohntem Charme glaubhaft zu verkörpern und man muss wirklich zweimal hinsehen, um den Mann hinter der Fassade zu entdecken. Als Alex gibt er den niedlichen, leicht tollpatschigen Wuschelkopf, der verzweifelt versucht sein Leben in den Griff zu bekommen. Auch Alexandra Maria Lara weiß zu überzeugen. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt und die gemeinsamen Szenen bergen sowohl echte Komik, als auch viele, glaubhaft dargestellte, Emotionen. Liebevoll gezeichnete Nebenfiguren wie Detlev Buck als Alex’ Bruder oder Milan Peschel als schwuler Kostümbildner bereichern den Film zusätzlich. Auch die Männerfreundschaft von Alex’ WG-Mitbewohnern und Bruder Jürgen, liefert einige wunderbare Szenen, wie etwa die des winterlichen Grillens im Park. Mit der Porträtierung des überkandidelten US-Regisseurs und der Wahl des Nazifilms als Genre, nimmt Buck das amerikanische Kino und Hollywood aufs Korn.

Dass der Film manchmal zu sehr ins Klamaukhafte abrutscht, und auf platte Gags wie unter der Toilettentür hervorlugende Plastikbrüste zurückgreift, verzeiht man dem liebenswerten Ensemble rund um Matthias Schweighöfer, Alexandra Maria Lara, Max Giermann und Detlev Buck dabei gerne.
Alles in allem ist Rubbeldiekatz trotz kleinerer Unstimmigkeiten ein sehenswerter, sehr lustiger Film mit durchgängig sympathischen Darstellern, die in ihren Rollen zu überzeugen wissen.

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